Abläufe und Prozesse klären

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3. Regeln, um Verhalten zu lenken

Klassenregel sind dazu da, das Verhalten der Schülerinnen und Schüler zu lenken und zu verdeutlichen, welche Verhaltensweisen von ihnen als Schülerinnen und Schüler erwartet werden. Regeln sollen an den Punkten ansetzen, die Klärung erfordern (Keller-Schneider, 2018, S. 263ff.), um das zu erreichen, was noch nicht selbstverständlich ist.


Merkmale sinnvoller Regeln


Regeln als Ziele – eingehalten Regeln als Ressource

Regeln sollen erreichbare Ziele fassen. Eingehaltene Regeln stellen Ressourcen dar, die verdeutlichen, was funktioniert und worauf sich alle verlassen können. Diese Ressourcen sind als Schätze wichtig für eine Klasse, denn sie geben Sicherheit und Klarheit.

Legen Sie nicht mehr benötigte Regeln als «Schätze» in eine Schatztruhe. Nutzen Sie diese immer wieder mal, um damit sich alle vergewissern können, inwiefern es ihnen gelingt, diese Regel als selbstverständlich einzuhalten oder ob das Befolgen diese Regel erneut zum Ziel werden muss. Regeln sollen nicht als Wandschmuck dienen, sondern als Hilfsmittel, um noch nicht eingespieltes Verhalten in Worte zu fassen und zu verdeutlichen, was erwartet wird.

Regeln sollen Halt und Klarheit darüber geben, was erwartet wird. Verbote zeigen höchstens Grenzen auf, was als «normales» Verhalten erwartet wird, bleibt dabei meistens unklar (vgl. Keller-Schneider, 2018).


  • Prüfen Sie die aktuellen Regeln Ihrer Klasse danach, inwiefern deren Befolgen ein Ziel ist oder ob sie erfüllt gilt und damit zur Ressource wird.
  • Diskutieren Sie die Regeln mit den Schülerinnen und Schülern.
  • Klären sie, ob einzelne Regeln für spezifische Schülerinnen und Schüler eine Herausforderung darstellen und damit als individuelle Zielsetzung in den Blick genommen werden soll.

  • Keller-Schneider, M. (2018). Impulse zum Berufseinstieg von Lehrpersonen. Grundlagen – Erfahrungsberichte – Reflexionsinstrumente (Kap. 5.3). Bern: hep.
  • Schönbächler, M.T. (2006). Inhalte von Regeln und Klassenmanagement. Schweizerische Zeitschrift für Bildungswissenschaften, 28 (2), S. 259-275.
  • Schönbächler, M.T. (2008). Klassenmanagement. Situative Gegebenheiten und personale Faktoren in Lehrperson- und Schülerperspektive. Bern: Haupt.
  • Weidinger, W., Berner, H. & Isler, R. (2021). Einfach gut lernen (Kap. 2). Bern: hep.

Mehr dazu: Raum und Sitzordnung gestalten.

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