Klassenführung – indirekt auf herausforderndes Verhalten eingehen

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6. Qualitäten der Klasse wahrnehmen und stärken

Ein tragfähiges und lernförderliches Klassenklima gibt Schülerinnen und Schülern mit herausfordernden Verhaltensweisen Halt und Sicherheit. Positive Qualitäten einer Klasse zu erkennen und zu fördern, trägt zum Wohlbefinden aller bei. Jede Klasse verfügt über Verhaltensweisen, die sich als implizite Regeln eingespielt haben und die das Klassengefüge prägen und beeinflussen.

Die positiven Qualitäten zu erkennen, sich daran zu freuen und auch die Schülerinnen und Schüler darin gezielt zu loben, trägt zur Stärkung eines positiven Klassenklimas bei. Sich auf Schwierigkeiten und Negatives auszurichten, trägt als Verstärkung dazu bei, dass Negatives mehr Raum erhält und damit in den Vordergrund gestellt wird. Qualitäten der Klasse zu erkennen ist Voraussetzung dazu, diese auch zu stärken und wertzuschätzen.

Analysieren Sie Ihre Klasse nach folgenden Blickpunkten:

Abbildung: Klassenklima analysieren (Keller-Schneider, 2018, S. 227).


Stärken einer Klasse stellen Ressourcen für alle dar. Als Elemente des Klassenklimas sind sie für alle spürbar. Stärken als Ressourcen zu erhalten, stellt eine wichtige und herausfordernde Aufgabe. Ziele (Klassenziele, Wochenziele einzelner Schülerinnen und Schüler) können sich auch auf das Erhalten von positiven Qualitäten richten. Etwas Gutes zu erhalten braucht Wertschätzung und Pflege, ist somit keine Selbstverständlichkeit.

Schwächen werden in der Regel sehr schnell erkannt. Sich darauf auszurichten kann den Blick für Positives versperren (vgl. Abläufe und Prozesse). Schwächen können zu Entwicklungszielen werden, auf die Sie mit ihrer Klasse hinarbeiten.



  • Auhagen, A. E. (2004). Das Positive mehren. Basel: Beltz PVU.
  • Frick, J. (2007). Die Kraft der Ermutigung. Göttingen: Hogrefe.
  • Keller-Schneider, M. (2018). Impulse zum Berufseinstieg von Lehrpersonen. Grundlagen – Erfahrungsberichte – Reflexionsinstrumente (Kap. 5.2.4 und 5.4.3). Bern: hep.
  • Rechtien, W. (2003). Gruppendynamik. In A. e. Auhagen & H. W. Bierhoff (Hrsg.), Angewandte Sozialpsychologie, das Praxishandbuch (S. 103-122). Weinheim: Beltz.
  • Schütz, A. & Lasse, H. (2004). Positives Denken. Stuttgart: Kohlhammer.
  • Thies, B.(2014). Beziehungsgestaltung in der Schulklasse: Steigerung der Interaktionsqualität durch Vertrauen und Classroom Management. In C. Tillack, N. Fischer, D. Raufelder, J. Fetzer (Hrsg.), Beziehungen in Schule und Unterricht. Kassel: Prolog, S. 188–209.
  • Westermann, F. (2006). Entwicklungsquadrat. Göttingen: Hogrefe.

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