Klassenführung – indirekt auf herausforderndes Verhalten eingehen

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5. Klassenführung kann unterschiedlich verstanden werden

Herausforderndes Verhalten im Kontext der Klasse zu betrachten und darauf einzugehen, wird von allgemeinen und von eigenen Vorstellungen einer gut funktionierenden Klasse und den auf die Klassenführung bezogenen Aufgaben einer Lehrperson geprägt.

Verständnis von Klassenführung in unterschiedlichen Zeitkontexten

Was als Unterrichtsstörung bezeichnet wird, kann deutlich variieren.

  • Was sind aus Ihrer Sicht Unterrichtsstörungen?
  • Halten Sie mehrere solche Situationen fest.

Klassenführung, auch Classroom-Management genannt, umfasst unterschiedliche Sichtweisen darauf, wie der schulische Alltag geregelt und gefestigt werden kann. Es lassen sich drei Zugänge unterscheiden (Schönbächler, 2008; Keller-Schneider, 2018, S. 230ff.):


Mit herausforderndem Verhalten einzelner Schülerinnen und Schüler umgehen umfasst somit:

  • Handlungen, um mit dem Verhalten in einer spezifischen Situation umzugehen (vgl. Die Situation verstehen; )
  • Handlungen, die im Rahmen der Vorbereitungen für den Unterricht erfolgen: Diese beziehen sich sowohl auf die fachlichen Anforderungen und ihre Passung auf die einzelnen Schülerinnen und Schüler, als auch auf Abläufe und Anweisungen. Damit soll ein flüssiger und adaptiver Unterricht erzielt werden.
  • Handlungen, die sich auf den Aufbau einer lernförderlichen Klassenkultur ausrichten, unabhängig von möglichen Störungen. Die Schülerinnen und Schüler sind als mitgestaltend und mitwirkend Teil der Klassenkultur (vgl. Heterogenität annehmen, vgl. Klassenkultur aufbauen und lenken)

  • Hagenauer & Raufelder (2021). Lehrer-Schüler-Beziehung.Hagenauer, G. & Raufelder, D. (2021a). Soziale Eingebundenheit. Sozialbeziehungen im Fokus von Schule und Lehrer:innenbildung. Münster Waxmann.
  • Hagenauer ,G. & Raufelder, D. (2021b) Lehrer-Schüler-Beziehung. In T. Hascher, T.S. Idel & W. Helsper (Hrsg.). Handbuch Schulforschung. Wiesbaden: Springer VS.
  • Keller-Schneider, M. (2018). Impulse zum Berufseinstieg von Lehrpersonen. Grundlagen – Erfahrungsberichte – Reflexionsinstrumente (Kap. 5). Bern: hep.
  • Kounin, J. S. (2006). Techniken der Klassenführung (2. Aufl.). Münster: Waxmann.
  • Rüedi, J. (2011). Wie viel und welche Disziplin braucht die Schule? Bern: Huber.
  • Rüedi, J. (2014). Zur Bedeutung positiver Beziehungen für die Klassenführung und den Umgang mit Unterrichtsstörungen. Schulpädagogik heute, 5(9).
  • Schweer, M. (2017). Vertrauen im Klassenzimmer. In M. Schweer (Hrsg.), Lehrer-Schüler-Interaktion. Wiesbaden: Springer, S. 523–545.

Mehr dazu: Qualitäten der Klasse wahrnehmen und stärken

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